Wie, wann sollte man eine Versicherung kündigen?

Stimmt die Leistung nicht mehr, ist der Service unzuverlässig oder die Prämie schlichtweg zu hoch, spricht Vieles dafür, eine Versicherung zu kündigen. Das gilt zumindest für Verträge, die nicht auf lange Sicht abgeschlossen werden, wie zum Beispiel Renten- oder Lebensversicherungen. Denn in solchen Fällen richtet eine Kündigung manchmal mehr Schaden an, als sie nützt. Bei den meisten anderen Policen kann in der Regel bedenkenlos gekündigt und direkt für Ersatz gesorgt werden.

Zeitpunkt der Kündigung

Zu welchem Zeitpunkt eine Versicherung gekündigt werden kann, geben die Versicherungsbedingungen vor. Die meisten Verträge sind so gestaltet, dass eine dreimonatige Kündigungsfrist eingehalten werden muss, außer es greifen die „Sonderbedingungen Ost“ für Policen, die vor 1993 abgeschlossen wurden. In dem Fall beträgt die Kündigungsfrist nur einen Monat. Kunden, die ihre Kfz-Versicherung kündigen möchten, müssen sich im Grunde genommen nur einen Termin merken: den 30. November. Dieser Stichtag gilt seit Jahr und Tag. Bis zu diesem Datum muss die Autoversicherung gekündigt sein, sonst läuft der Vertrag noch ein Jahr weiter.



Außerordentliche Kündigung

Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. In nahezu allen Versicherungssparten besteht das Recht auf eine außerordentliche Kündigung. Dieses Sonderkündigungsrecht greift jedoch nur unter bestimmten Umständen. Als Beispiel sei hier die Kfz-Versicherung genannt. Hebt die Assekuranz den Beitrag an, unberücksichtigt bleiben Änderungen der Schadensfreiheitsklasse, hat der Kunde das Recht, innerhalb eines Monats zu kündigen und einen anderen Vertrag bei der Konkurrenz abzuschließen. Dieses Sonderkündigungsrecht besteht darüber hinaus, wenn ein Schadensfall gemeldet wurde. Auch in dem Fall muss eine Kündigungsfrist von einem Monat eingehalten werden.



Wie kündigt man eine Versicherung?

Die Kündigung einer Versicherung muss schriftlich erfolgen, unter Angabe der Versicherungs- und gegebenenfalls auch der Kundennummer. Um die Schriftform zu wahren, würde dazu rein theoretisch auch ein Fax reichen. Davon ist allerdings abzuraten, weil das Sendeprotokoll als Nachweis nicht ausreicht. Empfohlen wird, das Versicherungsschreiben – ob per Hand oder am PC erstellt, spielt keine Rolle – per Einschreiben mit Rückschein zu verschicken. Eine Kopie des Briefes gehört in die Unterlagen, zusammen mit dem Rückschein. Sinnvoll ist es, sich die Kündigung schriftlich bestätigen zu lassen, um auf der sicheren Seite zu sein. Bei der Kfz-Versicherung gilt übrigens: Die Kündigung muss am 30. November bei der Assekuranz vorliegen. Es reicht also nicht, den Brief an dem Tag in den Kasten zu stecken.