Wie, wann, warum kann/sollte man eine Versicherung wechseln?

Die meisten Versicherungsordner setzen im Laufe der Zeit eine gewisse Patina an, weil über sie über Jahre hinweg unberührt im Regal stehen. Wenn überhaupt, werden die Verträge nur im Schadens- oder Leistungsfall angesehen. Ansonsten halten sich Verbraucher allzu gerne an die Devise „aus den Augen, aus dem Sinn“, nachdem die Tinte auf dem Papier getrocknet ist. Dabei kann es nur im eigenen Interesse sein, die Verträge regelmäßig zu überprüfen. Die Versicherungsbedingungen und Leistungskataloge ändern sich nahezu jährlich – damit auch die Prämien. Ein Wechsel bringt dann oft einen weitaus besseren Schutz zu einem günstigeren Preis.

Warum wechseln?

Die Frage, warum eine Versicherung gewechselt werden sollte, ist damit bereits geklärt: Ein Wechsel macht immer dann Sinn, wenn eine andere Assekuranz bei gleicher oder mehr Leistung einen niedrigeren Beitrag erhebt. Das kann nur anhand eines ausführlichen Versicherungsvergleichs geklärt werden. Doch der Preis ist nicht das einzige Argument, warum Kunden zu einem anderen Anbieter wechseln. Oft ist auch Unzufriedenheit ein Grund. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Service nicht stimmt oder sich das Unternehmen bei einer berechtigten Forderung quer stellt. Versicherungsnehmer, die Ewigkeiten in der Warteschleife hängen, ehe sich ein Mitarbeiter der Assekuranz meldet, oder auf Anfragen gar keine Antwort erhalten, sollten sich nach einem besser organisierten Partner umsehen.



Wann wechseln?

Wann eine Versicherung gewechselt werden kann, richtet sich ausschließlich nach den Vertragsbedingungen. Die meisten Policen in der Sparte Sach- und Unfallversicherungen werden normalerweise über ein Jahr abgeschlossen, aufgrund einer günstigeren Prämie manchmal auch über drei Jahre. Wenn sich ein Wechsel des Vertragspartners anbietet, muss auf die Kündigungsfrist geachtet werden. Bei der Kfz-Versicherung ist das relativ einfach. Der Wechseltermin, der 30. November jeden Jahres, ist hinlänglich bekannt. Bis zu diesem Termin muss die Entscheidung getroffen werden. Nur ganz wenige Assekuranzen arbeiten mit anderen Zeitfenstern.



Sonderkündigungsrecht

Darüber hinaus besteht in einigen Fällen ein Sonderkündigungsrecht, sodass auch während der regulären Vertragslaufzeit gewechselt werden kann. Dieses Sonderkündigungsrecht greift im Bereich Autoversicherung, wenn der Beitrag steigt – Ausnahme sind Prämienanhebungen aufgrund einer schlechteren Schadensfreiheitsklasse – oder ein Schadensfall vorliegt. Dann hat der Kunde einen Monat Zeit, einen Wechsel in die Wege zu leiten. Wenn das Auto verkauft wird, lässt sich der Vertrag sofort auflösen.



Wie wechseln?

Die Versicherung zu wechseln, ist relativ einfach. Schritt eins sollte immer ein Versicherungsvergleich sein, noch bevor die Kündigung geschrieben wird. Nur so kann man sicher sein, auch tatsächlich einen besseren Vertrag zu erhalten. Der Vergleich darf deshalb nicht nur unter dem Aspekt des Beitrags erfolgen, sondern muss vor allem auf die Leistung zielen. Geht es günstiger und sagt der Anbieter zu – es macht keinen Sinn, zu einer Versicherung zu wechseln, der man nicht vertraut, obwohl sie günstig ist –, kann die alte Versicherung gekündigt und der Antrag für die neue Police gestellt werden. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten und Probleme zu vermeiden, gilt es, sich rechtzeitig um den Versicherungswechsel zu kümmern.